Welches Studium passt zu mir?

Welches Studium passt zu mir?

Welches Studium passt zu mir? Eine ehrliche Orientierungshilfe für deinen Studiengang

Nach dem Abitur, während einer Ausbildung oder im Berufswechsel stellen sich viele Menschen dieselbe Frage: Welches Studium passt eigentlich zu mir?Die Auswahl ist groß –  allein in Deutschland gibt es Tausende Studiengänge. Zeit also, sich einmal damit zu beschäftigen, um möglichst wenig Zeit und Geld zu verschwenden.

Die Wahl des passenden Studiums ist einfacher, als du denkst

Von Medizin und Psychologie über Informatik und BWL bis hin zu spezialisierten Fächern wie Bioinformatik, Logistik oder Hebammenwissenschaft – es gibt so viele Möglichkeiten und meistens hat man ja nicht nur ein Interesse. Da kann es schnell passieren, dass du dich zunächst für ein Fach entscheidest, das später nicht zu deinen Interessen oder Erwartungen passt. Das ist natürlich ärgerlich, denn es kostet Zeit und oft auch Geld, man startet später in den Beruf, braucht länger, im Autonom zu leben. Es ist zwar kein Beinbruch, aber schöner ist es sicherlich, wenn du direkt den Studiengang findest, der wirklich zu dir passt.

Aus diesem Grund möchte ich dir helfen, dich systematisch mit den eigenen Interessen, Stärken und Zielen zu beschäftigen. Denn alleine das kann die Auswahl deutlich eingrenzen und es dir leichter machen, dein perfektes Studium zu finden.

Studienwahl: Stelle dir die richtigen Fragen!

Ein Studiengang begleitet Dich über mehrere Jahre. Du beschäftigst Dich täglich mit den Inhalten, schreibst Prüfungen, absolvierst Praktika und entwickelst fachliche Kompetenzen. Wenn Dich die Themen nicht interessieren, wird das Studium oft unnötig schwer und ist auch nicht selten von einem Abbruch oder dem Durchfallen begleitet.

Deine erste Frage sollte daher nicht lauten:

„Welche Hochschule soll ich wählen?“

Sondern:

„Mit welchen Themen möchte ich mich mehrere Jahre intensiv beschäftigen?“

1. Frage: Was sind oder waren deine Lieblingsfächer?

Schulnoten allein sollten niemals über Deine Studienwahl entscheiden. Trotzdem liefern bestimmte Fächer wertvolle Hinweise auf mögliche Interessen und Fähigkeiten.

Wer beispielsweise gerne mathematische Aufgaben löst, bringt oft gute Voraussetzungen für technische oder wirtschaftliche Studiengänge mit. Menschen, die sich für gesellschaftliche Zusammenhänge interessieren, fühlen sich dagegen häufig in sozialwissenschaftlichen oder juristischen Fächern wohl.

Eine erste Orientierung kann diese Übersicht bieten:

Lieblingsfach Mögliche Studienrichtungen
Mathematik
  • Informatik
  • Mathematik
  • Ingenieurwesen
Biologie
  • Medizin
  • Biologie
  • Pharmazie
Physik
  • Physik
  • Elektrotechnik
  • Maschinenbau
Deutsch
  • Journalismus
  • Lehramt
  • Kommunikationswissenschaft
Politik
  • Jura
  • Politikwissenschaft
  • Public Management
Kunst
  • Design
  • Architektur
  • Mediengestaltung
Wirtschaft
  • BWL
  • VWL
  • Wirtschaftspsychologie

2. Frage: Welche Interessen hast Du wirklich?

Interessen sind einer der wichtigsten Anhaltspunkte bei der Studienwahl. Dabei geht es nicht darum, welches Schulfach Du am wenigsten gehasst hast. Entscheidend ist vielmehr, womit Du Dich freiwillig beschäftigst. Ob das nun in der Schule war oder in deiner Freizeit, was dir in Nebenjobs am besten gelegen hat oder im Ehrenamt.

Frage Dich zum Beispiel:

  • Welche Themen schaue ich mir auf YouTube oder in Podcasts an?
  • Welche Artikel lese ich freiwillig?
  • Über welche Themen diskutiere ich gerne?
  • Welche Aufgaben machen mir Spaß, auch wenn sie anstrengend sind?
  • Welche Probleme löse ich gerne?

Oft ergeben sich daraus erste Studienrichtungen.

Interesse Mögliche Studienfelder
Technik und Computer
  • Informatik
  • Software Engineering
  • Data Science
Wirtschaft und Unternehmen
  • BWL
  • VWL
  • Wirtschaftspsychologie
Menschen und Verhalten
  • Psychologie
  • Soziale Arbeit
  • Pädagogik
Naturwissenschaften
  • Biologie
  • Chemie
  • Physik
Gesundheit
  • Medizin
  • Pflege
  • Gesundheitswissenschaften
Medien und Kommunikation
  • Journalismus
  • Kommunikationswissenschaft
Gestaltung und Kreativität
  • Design
  • Architektur
  • Mediengestaltung
Recht und Politik
  • Jura
  • Politikwissenschaft

3. Frage: Welche Stärken sprechen für bestimmte Studienrichtungen?

Auch, wenn es schön ist, sich für das zu interessieren, was man später machen möchte, reicht das oft nicht. Nur, weil du dich für Kunst interessierst, muss das nicht dein Studiengang sein. Daher ist es wichtig, auch einmal deine Stärken unter die Lupe zu nehmen. Die folgende Übersicht gibt dir einen Eindruck davon, was zu deinen Stärken passen könnte.

Wenn Dir analytisches Denken leichtfällt

  • Mathematik
  • Informatik
  • Data Science
  • Physik
  • Wirtschaftsingenieurwesen
  • Wirtschaftsinformatik

Wenn Du gerne mit Menschen arbeitest

  • Psychologie
  • Lehramt
  • Soziale Arbeit
  • Pflegewissenschaft
  • Gesundheitsmanagement
  • Pädagogik

Wenn Du kreativ arbeitest

  • Architektur
  • Design
  • Mediengestaltung
  • Kommunikationsdesign
  • Stadtplanung

Wenn Du gerne organisierst und planst

  • BWL
  • Logistik
  • Projektmanagement
  • Public Management
  • Eventmanagement

[Video] Wie man das perfekte Studium findet! // Tipps für die Studienwahl

4. Frage: Welche Arbeitsweise liegt Dir?

Auch deine Arbeitsweise spielt eine Rolle: Wen du zum Beispiel lieber praktisch arbeitest, wird ich ein theoretisches Studium kaum glücklich machen. Wenn du eher der strukturierte Typ ist, fühlst du dich möglicherweise unter bunten Künstlern nicht wohl. Beispiele gibt es viele.
 
Du arbeitest lieber ... Mögliche Studiengänge
theoretisch
  • Mathematik
  • Physik
  • Philosophie
praktisch
  • Hebammenwissenschaft
  • Pflege
  • duale Studiengänge
im Team
  • Soziale Arbeit
  • Lehramt
  • Wirtschaftsprojekte
eigenständig
  • Informatik
  • Naturwissenschaften
kreativ
  • Design
  • Architektur
strukturiert und regelorientiert
  • Jura, Steuerrecht

5. Frage: Was bedeutet dir das Gehalt nach dem Studium?

Kaum ein Thema spielt bei der Studienwahl eine so große Rolle wie das spätere Einkommen. Das ist verständlich, denn schließlich steckst du viel Zeit und mitunter auch Geld in deine Ausbildung. 

Trotzdem kann die Konzentration auf Gehaltslisten problematisch sein.

Ein hohes Einstiegsgehalt nützt wenig, wenn Du Dich während des Studiums quälst oder später ungern in Deinem Beruf arbeitest. Gleichzeitig werden viele gut bezahlte Tätigkeiten erst durch Spezialisierungen, Berufserfahrung oder Führungsverantwortung erreicht.

Viel wichtiger ist daher die Kombination aus Interesse, Fähigkeiten und Arbeitsmarktchancen.

Wenn du ein Fach wählst, das wirklich zu den deigenen Stärken passt, wirst du eher erfolgreicher als jemand, der ausschließlich einem vermeintlich lukrativen Trend folgt. Vor allem wächst deine Bereitschaft, dich auch während des Berufs weiterzubilden und nicht nur nach Hause zu kommen und alles zu vergessen, was mit der Arbeit zu tun hat.

Die Frage sollte deshalb nicht lauten:

„Wo verdient man am meisten?“

Sondern:

„In welchem Bereich kann ich langfristig gute Leistungen erbringen und mich weiterentwickeln?“

6. Frage: Universität, Hochschule oder duales Studium – welcher Weg passt besser zu Dir?

  • Universitäten legen meist einen stärkeren Fokus auf wissenschaftliches Arbeiten, Theorie und Forschung. Viele klassische Studiengänge wie Medizin, Jura oder Physik sind eng mit diesem Modell verbunden.
  • Hochschulen für Angewandte Wissenschaften arbeiten häufig praxisnäher. Projekte, Fallstudien und Kooperationen mit Unternehmen spielen dort oft eine größere Rolle.
  • Das duale Studium verbindet akademische Ausbildung und Berufspraxis. Studierende wechseln zwischen Hochschule und Unternehmen und sammeln früh praktische Erfahrungen.

Welches Studium zu dir passt: Hilfe von Außen

Das Gute ist, du musst deine Entscheidung nicht allein treffen. Es gibt zahlreiche Beratungsangebote und Orientierungstests, die Dir helfen können, deine Interessen, Stärken und Vorstellungen genauer einzuordnen.

Wichtig ist dabei: Kein Test der Welt wird dir am Ende einen perfekten Studiengang ausspucken. Gute Studienwahltests funktionieren eher wie ein Kompass. Sie zeigen Richtungen auf, geben Denkanstöße und machen auf Studienfelder aufmerksam, die du bisher vielleicht gar nicht auf dem Schirm hattest.

Besonders hilfreich sind Online-Tests, wenn du zwar weißt, welche Themen dich interessieren, aber noch nicht genau einschätzen kannst, welche Studiengänge dazu passen. Viele Hochschulen und öffentliche Einrichtungen bieten solche Angebote kostenlos an.

Online-Tests

Persönliche Studienberatung

Gerade wenn mehrere Studiengänge infrage kommen oder Unsicherheit bezüglich der Berufsperspektiven besteht, hilft oft ein Gespräch mit erfahrenen Beratern.

Mögliche Anlaufstellen sind:

  • Zentrale Studienberatungen der Hochschulen
  • Studienberatungen einzelner Fakultäten
  • Berufsberatung der Agentur für Arbeit
  • Hochschulinformationstage
  • Studienmessen

In Hamburg bieten beispielsweise die Hochschulen regelmäßig Informationsveranstaltungen für Studieninteressierte an. Dort kannst Du direkt Fragen zu Studieninhalten, Zulassungsvoraussetzungen, Studienalltag und Berufsmöglichkeiten stellen. Oft erhältst Du dabei deutlich realistischere Einblicke als durch Broschüren oder Hochschulwebsites.

Tipp: Es ist empfehlenswert, mehrere Informationsquellen miteinander zu kombinieren. Nutze zunächst einen oder zwei Studienwahltests, sprich anschließend mit Studienberatern und informiere dich danach gezielt über die Studiengänge, die am häufigsten zu deinen Interessen und Fähigkeiten passen. Auch die Gespräche mit Freunden oder in Foren kann helfen. 

Das perfekte Studium gibt es oft nicht – aber ein passendes

Mach dir nicht wie viele andere Studieninteressierte unnötigen Druck, das perfekte Studium zu finden. Damit könntest du scheitern. Lass uns ehrlich sein: Alles nervt mal, nicht immer macht alles Spaß - auch nicht in deinem absoluten Traumberuf. Das bedeutet, an irgendeiner Stelle wirst du wahrscheinlich auch mal zweifeln.

In Wirklichkeit gibt es selten nur einen einzigen Studiengang, der zu Dir passt. Häufig kommen mehrere Optionen infrage, die unterschiedliche Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten bieten.

Wenn Du Deine Interessen kennst, Deine Arbeitsweise verstehst, realistische Einblicke in Studieninhalte gewinnst und dich nicht ausschließlich von Trends oder Gehaltsversprechen leiten lässt, findest du mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Studiengang, der zu deinen Fähigkeiten und Zielen passt.

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