Das erwartet dich in diesem Artikel
Nach dem Abitur, während einer Ausbildung oder im Berufswechsel stellen sich viele Menschen dieselbe Frage: Welches Studium passt eigentlich zu mir?Die Auswahl ist groß – allein in Deutschland gibt es Tausende Studiengänge. Zeit also, sich einmal damit zu beschäftigen, um möglichst wenig Zeit und Geld zu verschwenden.
Von Medizin und Psychologie über Informatik und BWL bis hin zu spezialisierten Fächern wie Bioinformatik, Logistik oder Hebammenwissenschaft – es gibt so viele Möglichkeiten und meistens hat man ja nicht nur ein Interesse. Da kann es schnell passieren, dass du dich zunächst für ein Fach entscheidest, das später nicht zu deinen Interessen oder Erwartungen passt. Das ist natürlich ärgerlich, denn es kostet Zeit und oft auch Geld, man startet später in den Beruf, braucht länger, im Autonom zu leben. Es ist zwar kein Beinbruch, aber schöner ist es sicherlich, wenn du direkt den Studiengang findest, der wirklich zu dir passt.
Aus diesem Grund möchte ich dir helfen, dich systematisch mit den eigenen Interessen, Stärken und Zielen zu beschäftigen. Denn alleine das kann die Auswahl deutlich eingrenzen und es dir leichter machen, dein perfektes Studium zu finden.
„Welche Hochschule soll ich wählen?“
Sondern:
„Mit welchen Themen möchte ich mich mehrere Jahre intensiv beschäftigen?“
Schulnoten allein sollten niemals über Deine Studienwahl entscheiden. Trotzdem liefern bestimmte Fächer wertvolle Hinweise auf mögliche Interessen und Fähigkeiten.
Wer beispielsweise gerne mathematische Aufgaben löst, bringt oft gute Voraussetzungen für technische oder wirtschaftliche Studiengänge mit. Menschen, die sich für gesellschaftliche Zusammenhänge interessieren, fühlen sich dagegen häufig in sozialwissenschaftlichen oder juristischen Fächern wohl.
Eine erste Orientierung kann diese Übersicht bieten:
| Lieblingsfach | Mögliche Studienrichtungen |
|---|---|
| Mathematik |
|
| Biologie |
|
| Physik |
|
| Deutsch |
|
| Politik |
|
| Kunst |
|
| Wirtschaft |
|
Interessen sind einer der wichtigsten Anhaltspunkte bei der Studienwahl. Dabei geht es nicht darum, welches Schulfach Du am wenigsten gehasst hast. Entscheidend ist vielmehr, womit Du Dich freiwillig beschäftigst. Ob das nun in der Schule war oder in deiner Freizeit, was dir in Nebenjobs am besten gelegen hat oder im Ehrenamt.
Frage Dich zum Beispiel:
Oft ergeben sich daraus erste Studienrichtungen.
| Interesse | Mögliche Studienfelder |
|---|---|
| Technik und Computer |
|
| Wirtschaft und Unternehmen |
|
| Menschen und Verhalten |
|
| Naturwissenschaften |
|
| Gesundheit |
|
| Medien und Kommunikation |
|
| Gestaltung und Kreativität |
|
| Recht und Politik |
|
| Du arbeitest lieber ... | Mögliche Studiengänge |
|---|---|
| theoretisch |
|
| praktisch |
|
| im Team |
|
| eigenständig |
|
| kreativ |
|
| strukturiert und regelorientiert |
|
Kaum ein Thema spielt bei der Studienwahl eine so große Rolle wie das spätere Einkommen. Das ist verständlich, denn schließlich steckst du viel Zeit und mitunter auch Geld in deine Ausbildung.
Trotzdem kann die Konzentration auf Gehaltslisten problematisch sein.
Ein hohes Einstiegsgehalt nützt wenig, wenn Du Dich während des Studiums quälst oder später ungern in Deinem Beruf arbeitest. Gleichzeitig werden viele gut bezahlte Tätigkeiten erst durch Spezialisierungen, Berufserfahrung oder Führungsverantwortung erreicht.
Viel wichtiger ist daher die Kombination aus Interesse, Fähigkeiten und Arbeitsmarktchancen.
Wenn du ein Fach wählst, das wirklich zu den deigenen Stärken passt, wirst du eher erfolgreicher als jemand, der ausschließlich einem vermeintlich lukrativen Trend folgt. Vor allem wächst deine Bereitschaft, dich auch während des Berufs weiterzubilden und nicht nur nach Hause zu kommen und alles zu vergessen, was mit der Arbeit zu tun hat.
Die Frage sollte deshalb nicht lauten:
„Wo verdient man am meisten?“
Sondern:
„In welchem Bereich kann ich langfristig gute Leistungen erbringen und mich weiterentwickeln?“
Das Gute ist, du musst deine Entscheidung nicht allein treffen. Es gibt zahlreiche Beratungsangebote und Orientierungstests, die Dir helfen können, deine Interessen, Stärken und Vorstellungen genauer einzuordnen.
Wichtig ist dabei: Kein Test der Welt wird dir am Ende einen perfekten Studiengang ausspucken. Gute Studienwahltests funktionieren eher wie ein Kompass. Sie zeigen Richtungen auf, geben Denkanstöße und machen auf Studienfelder aufmerksam, die du bisher vielleicht gar nicht auf dem Schirm hattest.
Besonders hilfreich sind Online-Tests, wenn du zwar weißt, welche Themen dich interessieren, aber noch nicht genau einschätzen kannst, welche Studiengänge dazu passen. Viele Hochschulen und öffentliche Einrichtungen bieten solche Angebote kostenlos an.
Gerade wenn mehrere Studiengänge infrage kommen oder Unsicherheit bezüglich der Berufsperspektiven besteht, hilft oft ein Gespräch mit erfahrenen Beratern.
Mögliche Anlaufstellen sind:
In Hamburg bieten beispielsweise die Hochschulen regelmäßig Informationsveranstaltungen für Studieninteressierte an. Dort kannst Du direkt Fragen zu Studieninhalten, Zulassungsvoraussetzungen, Studienalltag und Berufsmöglichkeiten stellen. Oft erhältst Du dabei deutlich realistischere Einblicke als durch Broschüren oder Hochschulwebsites.
Tipp: Es ist empfehlenswert, mehrere Informationsquellen miteinander zu kombinieren. Nutze zunächst einen oder zwei Studienwahltests, sprich anschließend mit Studienberatern und informiere dich danach gezielt über die Studiengänge, die am häufigsten zu deinen Interessen und Fähigkeiten passen. Auch die Gespräche mit Freunden oder in Foren kann helfen.
Mach dir nicht wie viele andere Studieninteressierte unnötigen Druck, das perfekte Studium zu finden. Damit könntest du scheitern. Lass uns ehrlich sein: Alles nervt mal, nicht immer macht alles Spaß - auch nicht in deinem absoluten Traumberuf. Das bedeutet, an irgendeiner Stelle wirst du wahrscheinlich auch mal zweifeln.
In Wirklichkeit gibt es selten nur einen einzigen Studiengang, der zu Dir passt. Häufig kommen mehrere Optionen infrage, die unterschiedliche Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten bieten.
Wenn Du Deine Interessen kennst, Deine Arbeitsweise verstehst, realistische Einblicke in Studieninhalte gewinnst und dich nicht ausschließlich von Trends oder Gehaltsversprechen leiten lässt, findest du mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Studiengang, der zu deinen Fähigkeiten und Zielen passt.
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